Paywall umgehen 2026: Methoden, Tools & Rechtslage in Deutschland

Mai 22, 2026 • César Daniel Barreto

Person beim Lesen einer Zeitung, symbolisiert den Zugang zu Nachrichten hinter Bezahlschranken
Geprüft durch die Redaktion von Security Briefing. Zuletzt überprüft: 22. Mai 2026. Dieser Leitfaden erklärt, welche Methoden zum Umgehen von Bezahlschranken aktuell funktionieren, welche nicht mehr, und welche rechtlichen sowie praktischen Aspekte für deutsche Nutzerinnen und Nutzer relevant sind. Er stellt allgemeine Informationen bereit und ist keine Rechtsberatung.
Hinweis: Qualitätsjournalismus kostet Geld. Wenn du regelmäßig die Inhalte einer Publikation liest, ist ein Abo der nachhaltigste Weg, ihre Arbeit zu unterstützen. Dieser Artikel beschreibt die technische Realität, dokumentiert öffentlich verfügbare Methoden und zeigt die einzig vollständig legale Dauerlösung (Stadtbibliothek + Bibbot) für deutsche Medien.

“Paywall umgehen” ist eine der häufigsten Suchanfragen im deutschen Web. Egal ob ein Spiegel-Plus-Artikel, ein FAZ-Premium-Beitrag, eine SZ-Reportage oder ein wissenschaftlicher Aufsatz: Bezahlschranken treffen Leserinnen und Leser fast täglich. Dieser Leitfaden zeigt, welche Methoden im Mai 2026 noch funktionieren, welche eingestellt wurden, wie die rechtliche Lage in Deutschland aussieht und welche Tools für welche Art von Paywall geeignet sind.

TL;DR: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was funktioniert 2026? Die zuverlässigsten Methoden sind die Erweiterung Bypass Paywalls Clean über GitLab, der Archiv-Dienst archive.ph / archive.today als universeller Fallback, sowie die rechtlich saubere Kombination aus Stadtbibliothek und der Browser-Extension Bibbot.
  • Was funktioniert nicht mehr? Das einst populäre Tool 12ft.io ist seit der Umstellung des Google-Cache nicht mehr funktionsfähig. Klassische Cookie-Tricks scheitern an Account-gebundenen Premium-Paywalls.
  • Ist das in Deutschland legal? Eine rechtliche Grauzone. Die private Nutzung wurde bislang nicht gerichtlich verfolgt, AGB-Verstöße sind aber nicht strafrechtlich. Die Stadtbibliotheks-Methode ist die einzig vollständig rechtskonforme Dauerlösung.
  • Welche Paywall lässt sich am einfachsten umgehen? Sogenannte Soft Paywalls (CSS-Overlay, Cookie-Counter), bei denen der Artikel-Text ohnehin im HTML steht. Premium-Modelle mit Account-Bindung (Spiegel+, NYT, WSJ) sind technisch deutlich schwerer zu umgehen.

Was ist eine Paywall überhaupt?

Eine Paywall ist eine technische Zugangsbeschränkung, die kostenpflichtige Inhalte auf Nachrichtenseiten, Fachportalen oder wissenschaftlichen Datenbanken vor Nicht-Abonnentinnen und Nicht-Abonnenten abschirmt. In der Praxis gibt es drei Hauptformen:

  • Soft Paywall (Overlay): Der Artikel wird komplett geladen, ein CSS- oder JavaScript-Element legt sich aber darüber und blendet den Text aus. Solche Paywalls sind technisch trivial zu umgehen.
  • Metered Paywall: Eine begrenzte Zahl an Artikeln (zum Beispiel fünf pro Monat) ist gratis lesbar, danach erscheint die Schranke. Der Zähler liegt häufig in einem Cookie.
  • Hard Paywall (Account-basiert): Inhalt wird erst nach Login per Token oder serverseitiger Authentifizierung ausgeliefert. Diese Variante ist technisch deutlich schwerer zu umgehen.

Die meisten großen deutschen Verlage haben in den letzten zwei Jahren von Soft- oder Metered-Modellen auf Hard Paywalls umgestellt. Was vor einigen Jahren noch mit einem einfachen Cookie-Löschen oder einem JavaScript-Toggle ging, scheitert bei Spiegel+, Zeit+, FAZ+ und Welt+ heute meist an einer serverseitigen Zugriffskontrolle.

Tool-Status im Mai 2026

Bevor wir uns die einzelnen Methoden ansehen, ein Überblick, welche Werkzeuge aktuell noch zuverlässig funktionieren und welche nicht.

ToolStatus (Mai 2026)Funktionsweise
12ft.io❌ EingestelltEhemaliger Google-Cache-Proxy. Durch Änderungen bei Google Cache nicht mehr verfügbar.
archive.ph / archive.today / archive.is⚠️ Zeitweise instabilWeb-Archiv mit gespeicherten Snapshots. War im März 2026 kurz offline, läuft inzwischen wieder. Mehrere Mirror-Domains bei Ausfall.
RemovePaywall.com✅ AktivKombinierter Proxy-Dienst als Nachfolger des Konzepts hinter 12ft. Funktioniert vor allem bei schwachen Paywalls.
Bypass Paywalls Clean (Extension)✅ AktivuBlock-Origin-Filter oder eigenständige Erweiterung. Stärkste Option für deutsche Medien. Installation nur über GitLab (aus den offiziellen Stores entfernt).
Bibbot (Browser-Extension)✅ AktivVerknüpft mit einem Stadtbibliotheks-Abo (Genios). Holt Artikel automatisch über die Bibliothek.
Unpaywall (Extension)✅ AktivNur für wissenschaftliche Open-Access-Artikel, nicht für Tageszeitungen.
byebyepaywall.com✅ AktivAggregator, der auf mehrere Dienste (archive.ph, smry.ai, RemovePaywall) weiterleitet.
1ft.io / Ladder✅ AktivSelbst hostbarer Nachfolger von 12ft.io. Funktioniert nur, wenn der Betreiber des Hostings die Konfiguration aktuell hält.

Methode 1: Bypass Paywalls Clean (empfohlen für deutsche Medien)

Bypass Paywalls Clean ist die mächtigste freie Lösung für den deutschen Markt. Sie unterstützt direkt Spiegel, Zeit, Stern, FAZ, SZ, Welt, Bild, Handelsblatt und eine lange Liste internationaler Publikationen.

Variante A: über uBlock Origin (einfachste Installation)

  1. Installiere uBlock Origin für Firefox oder Chrome (sofern nicht vorhanden).
  2. Öffne das uBlock-Dashboard, wähle “Filterlisten” und scrolle ganz nach unten zu “Importieren”.
  3. Füge diese URL ein: https://gitlab.com/magnolia1234/bypass-paywalls-clean-filters/-/raw/main/bpc-paywall-filter.txt
  4. Speichere die Änderungen mit “Übernehmen”. Paywalls werden beim Aufrufen automatisch entfernt.

Variante B: eigenständige Erweiterung (Firefox oder Chrome)

  1. Lade die Erweiterung über GitLab herunter: gitlab.com/magnolia1234/bpc-updates.
  2. Installiere die .xpi-Datei in Firefox direkt über die Download-Aufforderung.
  3. In Chrome musst du den Entwicklermodus aktivieren (chrome://extensions, oben rechts den Schalter umlegen) und die .crx-Datei in das Fenster ziehen.
  4. Browser neu starten und einen paywalled Artikel öffnen, um zu prüfen, ob der Inhalt sichtbar wird.
Hinweis: Die Erweiterung wurde aus dem Chrome Web Store entfernt (vermutlich weil sie zu wirksam war). Der GitLab-Weg funktioniert weiterhin, erfordert aber gelegentliche manuelle Updates.

Methode 2: Archive.ph / Archive.today

Der verlässlichste universelle Fallback, besonders wenn Bypass-Erweiterungen bei einem konkreten Artikel scheitern. Das Archiv speichert Snapshots von Webseiten zu dem Zeitpunkt, zu dem sie aufgerufen wurden, und liefert sie ohne Paywall-Overlays aus.

  1. Rufe archive.ph oder einen der Mirror-Domains (archive.today, archive.is) auf.
  2. Gib die URL des gesperrten Artikels in das untere Suchfeld ein. Das Tool sucht nach bereits gespeicherten Versionen.
  3. Wird der Artikel gefunden, ist er sofort vollständig lesbar.
  4. Findet sich keine Version, gib die URL in das obere Feld ein. Das Archiv ruft die Seite frisch ab und speichert sie. In vielen Fällen wird dabei die Paywall-freie Variante erfasst.
  5. Alternativ funktioniert auch das direkte Voranstellen in der Adresszeile: archive.ph/<Artikel-URL>
Warum das oft funktioniert: Viele Verlage zeigen Suchmaschinen und Archiv-Crawlern den vollen Artikel, blenden die Paywall aber nur für menschliche Browser ein. Das Archiv erhält damit indirekt eine ungeschützte Version.

Methode 3: Stadtbibliothek mit Bibbot (legale Dauerlösung)

Die einzige Methode, die rechtlich vollständig sauber ist und gleichzeitig deutsche Hauptmedien abdeckt. Wer regelmäßig auf Premium-Artikel deutscher Verlage zugreifen möchte und keine rechtlichen Graustufen mag, sollte diese Variante priorisieren.

  1. Beantrage eine Karte deiner Stadtbibliothek. In den meisten Städten ist das digital per Website oder App möglich. In Berlin etwa über voebb.de für circa 10 Euro pro Jahr.
  2. Schalte im Bibliotheksportal die Datenbank Genios frei. Sie enthält Spiegel, Stern, Zeit, Welt, SZ, FAZ, Handelsblatt sowie hunderte Regionalzeitungen und Statista.
  3. Installiere die Browser-Erweiterung Bibbot für Firefox oder Chrome.
  4. Hinterlege deine Bibliotheks-Zugangsdaten in den Einstellungen der Erweiterung.
  5. Bibbot prüft bei jedem Aufruf eines paywalled Artikels automatisch, ob er in Genios verfügbar ist und zeigt ihn dann direkt im Artikel-Layout an.
Vollständig legal: Du nutzt einen offiziellen Zugang, für den Steuergelder, Bibliotheksgebühren und Lizenzverträge zwischen Genios und den Verlagen bezahlt sind. Die Verlage erhalten dafür Vergütungen aus den Pauschalen.

Methode 4: JavaScript deaktivieren (für schwache Paywalls)

Viele Paywalls sind rein clientseitig implementiert. Der volle Artikel-Text wird mit der Seite geladen, eine JavaScript-Routine blendet ihn dann hinter einem Overlay aus. Schaltet man JavaScript ab, bleibt der Inhalt sichtbar.

Firefox

  • Gib in der Adresszeile about:config ein und bestätige die Warnung.
  • Suche nach javascript.enabled und setze den Wert auf false.
  • Oder gezielter: installiere die Erweiterung NoScript und deaktiviere JavaScript nur für die betroffene Domain.

Chrome oder Brave

  • Öffne chrome://settings/content/javascript und füge die Domain der Blockierliste hinzu.
  • Im Brave Browser kannst du im Schild-Symbol direkt für die aktuelle Seite “Scripts blockieren” wählen.
Einschränkung: Funktioniert nur bei Soft Paywalls (Overlay über vorhandenem Inhalt). Bei serverseitig durchgesetzten Schranken (Spiegel+, NYT, WSJ) wird der Artikeltext gar nicht erst geladen, das Deaktivieren von JavaScript ändert dann nichts.

Methode 5: Inkognito-Modus und Cookie-Löschung (für Metered Paywalls)

Bei Metered Paywalls (etwa “5 freie Artikel pro Monat”) liegt der Zähler oft in einem Browser-Cookie. Wird er gelöscht oder umgangen, beginnt die Zählung neu.

  • Inkognito- oder Privat-Modus verwenden. Pro Session gibt es ein neues Kontingent.
  • Cookies der Domain manuell löschen. In Chrome unter chrome://settings/cookies nach der Domain suchen und löschen.
  • Brave Browser löscht Cookies optional automatisch nach jeder Session.
Einschränkung 2026: Die meisten großen Verlage haben auf serverseitige Zugriffskontrolle per Account-Bindung umgestellt. Bei Spiegel+, Zeit+, FAZ+ und ähnlichen Premium-Modellen funktioniert dieser Trick heute meist nicht mehr.

Methode 6: Reader Mode und Feeds

Manche Browser-internen Lesemodi ignorieren JavaScript-Overlays und stellen nur den reinen Text dar.

  • Firefox Reader Mode: Klick auf das Buch-Symbol in der Adressleiste. Funktioniert bei einfachen CSS-Paywalls, nicht bei harten Zugangskontrollen.
  • RSS- oder Atom-Feeds: Einige Verlage liefern über Feeds Volltexte aus, die auf der Website paywalled sind. Lohnt sich vor allem bei Fachpublikationen.

Methode 7: Google AMP Cache (eingeschränkt nutzbar)

Über die Google-AMP-Version eines Artikels lässt sich manchmal eine paywall-freie Variante aufrufen. Die URL hat das Format:

google.com/amp/s/<domain>/<artikel-pfad>

Funktioniert nur bei Seiten mit AMP-Implementierung und weicher Paywall. Google hat AMP zunehmend zurückgefahren, sodass diese Methode 2026 eher die Ausnahme als die Regel ist.

Wissenschaftliche Artikel und Fachliteratur

Für akademische Beiträge gelten andere Werkzeuge. Hier geht es nicht um Verlagsschranken auf Tageszeitungen, sondern um Subscription-Modelle wissenschaftlicher Großverlage wie Elsevier, Springer oder Wiley.

  • Unpaywall: Browser-Erweiterung, die automatisch nach legalen Open-Access-Versionen sucht (zum Beispiel auf Repository-Servern oder Pre-Print-Plattformen). Vollständig legal.
  • arXiv und PubMed Central: kostenlose Repositorien für Natur- und Lebenswissenschaften.
  • Open Access Button: Erweiterung, die Forschende automatisch um eine kostenlose Version ihres Artikels bittet.
  • Bibliotheks-VPN: Wer an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist, hat über das Hochschul-VPN Zugriff auf die jeweils lizenzierten Datenbanken.

Welche Paywalls lassen sich (nicht mehr) umgehen?

Schwache Paywalls (meist umgehbar)

  • Cookie-Meter ohne serverseitige Prüfung
  • CSS-Overlay-Schranken ohne echten Schutz im HTML
  • AMP-Seiten mit weicher Sperre

Typische Beispiele in 2026 sind viele Regionalzeitungen, mittlere Blogs und Fachmagazine mit WordPress-Plugins.

Starke Paywalls (schwer oder nicht umgehbar)

  • Vollständige Account-Bindung, kein Inhalt vor Login
  • API-basierte Inhaltsauslieferung, keine HTML-Spuren im Quelltext
  • Token-basierter CDN-Zugang nach Login

Klassiker dieser Klasse sind Spiegel+, NYT Digital, WSJ und die Financial Times. archive.ph und Bypass Paywalls Clean können hier teilweise weiter helfen, vor allem wenn ältere gecachte Versionen vorhanden sind.

Status deutscher Hauptmedien (Mai 2026)

MediumPaywall-TypBypass-Erfolg (2026)
Spiegel+Hard (Account-basiert)Teilweise via Archive / BPC
Zeit+Hard (Account-basiert)Teilweise via Stadtbibliothek / BPC
FAZ+HardTeilweise via Stadtbibliothek
Stern+HardStadtbibliothek (Genios)
Süddeutsche.deMetered (5 Artikel/Monat)Cookie-Löschung, Inkognito
Welt+HardStadtbibliothek / BPC
HandelsblattHard (Account-basiert)Stadtbibliothek
NYT / WSJHardarchive.ph; BPC bei manchen Artikeln

Rechtliche Einordnung in Deutschland

Dieser Abschnitt enthält allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Urheberrecht und Verbraucherschutz variieren je nach Sachverhalt. Für deine konkrete Situation konsultiere bitte eine qualifizierte Anwältin oder einen qualifizierten Anwalt.

Das Umgehen von Paywalls bewegt sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Drei Aspekte sind relevant.

  • § 95a UrhG regelt die Umgehung “wirksamer technischer Maßnahmen”. Die Norm zielt primär auf DRM-Schutz bei Musik, Filmen und Software. Ob ein einfaches CSS-Overlay oder ein Archiv-Dienst eine “wirksame technische Maßnahme” im Sinne dieser Vorschrift darstellt, ist rechtlich umstritten.
  • AGB-Verstoß: Das Umgehen verstößt in der Regel gegen die Nutzungsbedingungen der Verlage. AGB-Verstöße haben jedoch zivilrechtliche Konsequenzen, keine strafrechtlichen, und werden gegen einzelne Endnutzer faktisch nicht durchgesetzt.
  • Öffentlich abrufbare Inhalte: Wenn ein Verlag den Artikel dem Google-Crawler vollständig zugänglich macht und nur für menschliche Browser eine Schranke einblendet, ist der Inhalt technisch öffentlich. Viele Juristen sehen darin keine strafbare Handlung.
Pragmatische Einschätzung: Kein deutsches Gericht hat bisher einen Endverbraucher wegen des privaten Lesens eines paywall-umgangenen Artikels verfolgt. Die größte rechtliche Problematik liegt bei den Betreibern von Bypass-Diensten, nicht bei den Nutzerinnen und Nutzern. Die Stadtbibliotheks-Methode mit Bibbot bleibt die einzige Variante, die vollständig rechtskonform ist.

Sicherheitshinweise

Wer Browser-Erweiterungen aus Drittquellen installiert, sollte ein paar Punkte beachten, um sich vor manipulierten Builds zu schützen.

  • Quelle prüfen: Erweiterungen wie Bypass Paywalls Clean ausschließlich vom offiziellen GitLab-Repository des Projekts laden. Forks ohne klare Herkunft können Schadcode enthalten.
  • Berechtigungen kontrollieren: Eine Paywall-Erweiterung benötigt Zugriff auf besuchte Seiten. Anfragen nach Tabs-Verlauf, Passwortspeicher oder System-APIs sollten misstrauisch machen.
  • Updates manuell holen: Da Erweiterungen aus den Stores entfernt wurden, gibt es keinen automatischen Update-Kanal. Manuelle Update-Routine etablieren.
  • Browser-Profile trennen: Wer experimentelle Erweiterungen testet, sollte ein separates Browser-Profil oder einen separaten Browser dafür nutzen, getrennt vom Haupt-Login mit Banking, E-Mail und ähnlichem.
  • Niemals Bezahldaten in Bypass-Dienste eingeben: Wer aufgefordert wird, eine “Premium”-Variante zu kaufen oder eine Kreditkarte einzugeben, ist auf einer Fake-Seite gelandet. Echte Bypass-Tools sind kostenlos.

Was sollten Verlage in Sachen SEO beachten?

Für Publisher, die selbst eine Paywall betreiben und gleichzeitig in Google sichtbar bleiben wollen, gilt:

  • Structured Data: Das NewsArticle-Schema mit isAccessibleForFree: false und einem cssSelector für die geschützten Bereiche implementieren. Das ist Googles vorgesehener Weg, um Paywall-Inhalte zu kennzeichnen, ohne als Cloaking eingestuft zu werden.
  • Metered Paywall mit First-Click-Free: Wird von Google seit 2005 unterstützt. Ein Teil der Inhalte sollte für den Crawler abrufbar sein, sonst leidet das Ranking.
  • Crawler nicht komplett blockieren: Wer den Googlebot vollständig aussperrt, verschwindet aus den Suchergebnissen.
  • JSON-LD bevorzugen: Strukturierte Daten besser per JSON-LD ausliefern als per Microdata, das ist robuster gegenüber Tracker-Blockern und einfacher zu pflegen.

FAQ

Welche Methode funktioniert 2026 am besten?

Für die meisten deutschen Medien ist die Erweiterung Bypass Paywalls Clean über GitLab die wirksamste Lösung. Als universeller Fallback dient archive.ph. Die einzige rechtlich vollständig saubere Dauerlösung ist die Kombination aus Stadtbibliothek und Bibbot.

Funktioniert 12ft.io noch?

Nein. 12ft.io wurde nach Änderungen am Google-Cache eingestellt. Es gibt Nachfolger wie 1ft.io (selbst hostbar) und RemovePaywall.com, die das Konzept fortführen.

Ist Paywall umgehen in Deutschland legal?

Eine rechtliche Grauzone. Die private Nutzung wurde bisher nicht gerichtlich verfolgt. AGB-Verstöße sind nicht strafrechtlich, sondern zivilrechtlich relevant. Die Stadtbibliotheks-Methode ist die einzige Variante, die vollständig rechtskonform ist. Dies ist keine Rechtsberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Soft und Hard Paywall?

Soft Paywalls liefern den Artikeltext mit der Seite aus und blenden ihn nur per CSS oder JavaScript aus. Sie sind technisch trivial zu umgehen. Hard Paywalls liefern Inhalte erst nach erfolgreichem Login per Server-Authentifizierung aus. Sie sind deutlich schwerer zu umgehen.

Kann ich Spiegel+ Artikel kostenlos lesen?

Spiegel+ nutzt eine Hard Paywall mit Account-Bindung. Direkte Cookie-Tricks oder JavaScript-Toggles funktionieren nicht mehr. Über die Stadtbibliotheks-Datenbank Genios mit Bibbot lassen sich Spiegel+ Artikel jedoch legal lesen. Auch archive.ph und Bypass Paywalls Clean können bei einzelnen Artikeln noch helfen.

Wie umgehe ich die Paywall auf der Süddeutschen Zeitung?

Die SZ nutzt eine Metered Paywall mit Cookie-Zähler. Das Löschen der SZ-Cookies oder die Nutzung des Inkognito-Modus setzt den Zähler zurück. Wer die SZ regelmäßig liest, sollte über ein Bibliotheks-Abo nachdenken: SZ ist in Genios enthalten und damit über Bibbot legal zugänglich.

Ist die Browser-Erweiterung Bypass Paywalls Clean sicher?

Wenn sie direkt vom offiziellen GitLab-Repository (gitlab.com/magnolia1234/bpc-updates) geladen wird, gilt sie als sicher und ist seit Jahren etabliert. Forks oder Mirror-Seiten unbekannter Herkunft sollten gemieden werden, da sie manipulierten Code enthalten können.

Was kostet das Bibliotheks-Abo mit Genios?

In den meisten deutschen Stadtbibliotheken liegt eine Jahresgebühr zwischen 10 und 25 Euro. In Berlin etwa über voebb.de für rund 10 Euro pro Jahr. Genios ist anschließend kostenfrei über das Bibliotheksportal nutzbar.

Welche Tools eignen sich für wissenschaftliche Artikel?

Für Open-Access-Versionen empfiehlt sich Unpaywall als Browser-Erweiterung. Repositorien wie arXiv und PubMed Central liefern Pre-Prints kostenlos. Für lizenzpflichtige Datenbanken bleibt der Hochschul-VPN-Zugang die saubere Option.

Fazit

“Paywall umgehen” ist 2026 weiterhin technisch möglich, der Werkzeugkasten hat sich gegenüber den Vorjahren aber spürbar verändert. 12ft.io ist Geschichte, viele Cookie-Tricks scheitern an Account-gebundenen Premium-Modellen, und große deutsche Verlage haben ihre Schranken serverseitig deutlich verstärkt. Was 2026 zuverlässig bleibt: die Erweiterung Bypass Paywalls Clean für den schnellen Alltag, archive.ph als universeller Fallback und die Kombination aus Stadtbibliothek und Bibbot als einzige rechtlich saubere Dauerlösung für deutsche Medien.

Wer Journalismus regelmäßig konsumiert und Wert auf saubere Inhalte legt, fährt langfristig am besten mit einem Bibliotheks-Abo plus Bibbot oder mit einem klassischen Verlags-Abo bei der wichtigsten Hauspublikation. Wer nur gelegentlich auf einen einzelnen Artikel zugreifen will, wird mit archive.ph in den meisten Fällen ans Ziel kommen.

César Daniel Barreto, Cybersecurity Author at Security Briefing

César Daniel Barreto ist ein geschätzter Cybersecurity-Autor und -Experte, der für sein fundiertes Wissen und seine Fähigkeit, komplexe Cybersicherheitsthemen zu vereinfachen. Mit seiner umfassenden Erfahrung in den Bereichen Netzwerk Netzwerksicherheit und Datenschutz schreibt er regelmäßig aufschlussreiche Artikel und Analysen über die neuesten Trends in der Cybersicherheit, um sowohl Fachleute als auch die Öffentlichkeit zu informieren.

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